
Nach dem langen, grauen, kalten und recht tristen Winter sind die Frühlingsblumen die ersten Farbtupfer im Garten. Sie erfreuen Augen und Herzen mit leuchtenden Farben. Egal ob im Beet, auf dem Rasen, in Töpfen oder Kästen, die ersten Tulpen, Narzissen, Krokusse, Hyazinthen und andere verbreiten gute Laune. Sie werden schon recht zeitig im Jahr in Töpfen im Handel angeboten, oft schon ab Januar. Für draußen sind diese Pflanzen aber zu empfindlich. Sie sind nicht abgehärtet und überstehen Frost in der Regel nicht. Sie können nur in den Wohnungen und Häusern weiterkultiviert werden. Dort ist es aber zu warm und in kürzester Zeit sind die schönen Frühjahrsblüher dahin.
Frühlingsblumen
Allen Frühjahrsblühern eigen ist, dass sie im Herbst gepflanzt werden. Man kann verallgemeinert sagen, die Zwiebeln werden doppelt bis dreimal so tief gepflanzt, wie sie hoch sind. Wichtig zu beachten ist, dass das Laub der verblühten Frühlingsblumen nicht abgeschnitten wird. Besonders bei Krokussen, die auf den Rasenflächen stehen, ist das wichtig. Das Laub muss erst verwelken. Es lässt sich dann ganz einfach aus dem Boden ziehen.
A bis G
Anemonen
Blaustern
Blausterne sind die echten Scillas. Auch sie sind klein und zart und erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie sind deutlich bekannter als die Scheinscillas. Es gibt zahlreiche Arten und Sorten. Nicht alle haben blaue Blüten. Es gibt auch verschiedene Größen und Blütenformen. Viele Sorten sind recht unbekannt. Es lohnt sich, mal durch die einzelnen Sorten zu klicken. Eine große Auswahl findet man bei Wikipedia.
H bis M
Hyazinthen
Es gibt über 100 Sorten, deren Farbspektrum von blass- bis dunkelviolettblau, blass- und dunkelrosa, rot, hell- und dunkelgelb, orange, lachsfarbig und weiß reicht. Besonders schön sind für mich gefüllte Blüten, aber die Blütenköpfe werden dadurch sehr schwer und biegen sich der Erde entgegen. Sie müssen gut gestützt werden!
Hyazinthen gedeihen in fast allen Boden und brauchen nicht viel Pflege.
Kaiserkronen (auch Zwergsorten)
Kaiserkronen gehören zu den Liliengewächsen. Die meisten Pflanzenliebhaber kennen nur die großen Exemplare, die aber wirklich sehr auffällig sind. Dabei gibt es auch zahlreiche kleine Fritillaria. Bekannt ist die Kaiserkrone auch wegen ihrer wühlmausabschreckenden Wirkung. Die großen Exemplare können gelbe, orange und rote Blüten haben. Ich finde die persische Kaiserkrone besonders interessant (F. persica “Adiyaman“). Die zahlreichen pflaumenblauen Blütenglöckchen fallen im Frühjahrsgarten ziemlich auf. Besonders für Heidegärten sind diese Blumen gut geeignet. Allerdings sind die Zwiebeln teuer.
Auch die Zwergsorten sind sehr schön, allen voran die sogenannte Schachbrettblume. Sie überzeugen durch Zartheit und grazilen Wuchs. Ich persönlich mag die großen Kaiserkronen nicht so sehr. Ich habe nur die kleinen im Garten, aber das ist Geschmackssache. Dafür habe ich auch keine Wühlmäuse.
Krokus
Es gibt ca. 90 Arten und viele Untergattungen. Zu den Frühjahrsblühern zählen: Crocus chrysanthus, C. sieberi, C. biflorus, C. vernus, C. albiflorus, C. versicolor, C. fleischeri und zahlreiche mehr.
Krokusse eignen sich gut zum Verwildern. Allerdings darf man dann das Laub nicht abmähen. Der Rasen darf nicht gemäht werden, bis das Laub ganz leicht aus dem Boden gezogen werden kann. Inzwischen sind auch die Samen reif und fallen aus. So können sich die Krokusse gut vermehren und bilden dichte Teppiche. Allerdings bekommen Krokusse im Rasen oft nicht genug Nährstoffe, denn der Rasen entzieht diese.
Märzenbecher
Der Märzenbecher ähnelt dem Schneeglöckchen, ist aber insgesamt größer und kräftiger. Auch blüht der Märzenbecher oft schon vor dem Schneeglöckchen, besonders bei sonnigem Standort. Dieser Frühblüher gehört ebenfalls zu den Amaryllisgewächsen. Er gedeiht am besten in Gruppen, bildet aber keine größeren Bestände. Wissen muss man, dass die ganze Pflanze giftig ist.
N bis T
Puschkinia (Scheinscilla)
Narzissen
Narzissen sind für viele die schönsten Frühjahrsblumen. Von ihnen gibt es auch noch zahlreiche duftende Sorten, sogenannte Duftnarzissen. Diese sollte man nah an der Terrasse pflanzen oder gleich in Kübel, die dann in unserer Nähe platziert werden können, dass man auch was vom Wohlgeruch hat.
Narzissen zählen zu den Amaryllisgewächsen und werden oft als Osterglocken bezeichnet. Es gibt ca. 24.000 Kulturformen. Leider werden im Blumenhandel nicht viele Sorten angeboten. Wer es mal mit anderen Sorten probieren möchte, muss meist auf das Internet zurückgreifen.
Narzissen und ihre Hybriden werden in 12 Klassen eingeteilt. Ausschlaggebend für die Kategorisierung sind Form und Länge der Nebenkrone, Anzahl der Blüten je Stängel, Blühzeit und einiges mehr. Die Wildarten laufen extra.
Man unterscheidet beispielsweise:
- Alpenveilchen-Narzissen
- Engelstränen-Narzissen
- Gelbe und Goldgelbe Narzisse
- Italienische Narzisse
- Moschus-Narzisse
- Pfauenaugen-Narzisse
- Reifrock-Narzisse
- Spanische Narzisse
- Stern-Narzisse
- Strauß-Narzisse
- Weihnachts-Narzisse
- Weiße Narzisse und einige mehr
Schneeglöckchen
Traubenhyazinthen
Auch die Traubenhyazinthen gehören zu den Spargelgewächsen. Es sind sehr ausdauernde Pflanzen, die sich leicht vermehren und dichte Teppiche bilden. Es gibt ca. 60 Arten. Zu den bekanntesten gehören die Himmelblaue Traubenhyazinthe, die Kleine, die Schopfartige, die Breitblättrige, die Großfrüchtige und die Weinbergs-Traubenhyazinthe. Ich mag besonders Muscari „Pink Sunrice“ und Muscari „Valerie Finnnis“. Beide Sorten eignen sich gut zum Verwildern. Die zarten Farben passen überall gut hin. Traubenhyazinthen machen keinerlei Arbeit. Sie müssen nur gepflanzt werden. Den Rest übernimmt die Natur.
Tulpen
Man unterscheidet unter anderem: einfache Frühe und gefüllte Frühe, Triumph-Tulpen, Darwin-Hybriden, einfache und gefüllte Späte, lilienblütige, gefranste Tulpen, Rembrandt-Tulpen, Papageien-Tulpen, Kaufmanniana-Tulpen, Fosteriana-Tulpen, Greigli-Tulpen und viele mehr. Leider duften viele Tulpen nicht mehr. Der Duft wurde oftmals auffälligen Farben und Formen geopfert. Allerdings findet man auch noch sehr schöne und gleichzeitig duftende Tulpensorten. Dafür muss man meist aber etwas suchen und im Discounter wird man diese nicht finden.
U bis Z
Winterlinge
Zierlauch – Allium
Mit ihren großen Kugelblüten bis 30 cm Durchmesser sind Zierlauchgewächse auffallende Schönheiten. Sie überragen die meisten zu der Zeit blühenden Pflanzen und sind im Garten gut auszumachen. Die meisten Sorten sehen aus wie überdimensionierter Schnittlauch. Das Farbspektrum reicht von dunkelviolett über magenta bis hin zu weiß. Selbst gelbe Sorten sind möglich. Zierlauch gibt es in vielen Größen und Höhen, je nach Wunsch. Allerdings blühen nicht alle Sorten im Frühjahr. Frühblühende Sorten sind: A. ’Mont Blanc’, A. nigrum, A. ’Purple Sensation’, A. triquetrum, A. unifolium, A. bulgaricum, A. ’Gladiator’, A. ’Lucy Ball’ und viele mehr. Fast alle blühen im Mai, gehören also nicht zu den absoluten Frühblühern.
Fazit
Es gibt eine Menge Frühlingsblumen. Alle können wir hier nicht aufzählen. Am meisten verbreitet sind sicher Tulpen sowie Narzissen, von denen es jede Menge Sorten gibt. Die Auswahl ist Geschmackssache. Man muss aber auch sagen, viele der Pflanzen sind überzüchtet. Sie blühen eine Saison und im nächsten Jahr sind sie weg. Mit den alten Sorten oder den Wildarten passiert das nicht. Sie kommen zuverlässig wieder und behalten auch ihre Farbe. Bei vielen Tulpen passiert es, dass sie nach einigen Jahren einfach gelb sind, ärgerlich.
Ich bevorzuge duftende Sorten, egal, welche Frühjahrsblüher. Besonders Duftnarzissen haben es mir angetan und Sorten, die man nicht in jedem Garten findet. Damit bin ich sicher nicht alleine.