
Gerade in Zeiten steigender Energiekosten sorgt in immer mehr Haushalten ein Kaminofen, in dem Holz verbrannt wird, für preisgünstige Wärme. Was scheinbar als grauer, staubiger Rest übrig bleibt und zumeist in der Mülltonne entsorgt wird, ist in Wirklichkeit noch reich an Kalium, Kalzium und anderen Mineralien sowie Nährstoffen, wie Phosphor, Kalk und Eisen. Aber kann man Asche nun einfach so als Dünger verwenden? Dieser Ratgeber gibt Aufschluss darüber.
Nicht jede Asche kann als Dünger verwendet werden
Anfang des vergangenen Jahrhunderts wunderten sich Forscher und Wissenschaftler, warum der Boden um eine Köhlerei herum häufig auffallend fruchtbar war. In diesem alten Handwerk ging es darum, Holzkohle herzustellen, wobei die übrig gebliebene Asche auf dem umliegenden Gelände einfach entsorgt wurde. Mit dem Aufkommen des Kunstdüngers nach dem Zweiten Weltkrieg ließ das Interesse an der Erforschung eventueller Zusammenhänge zwischen Holzasche und der Fruchtbarkeit des Bodens nach. Da in der heutigen Zeit die Frage nach biologischen Düngern hochaktuell ist, wurde sie neu aufgegriffen und genauer untersucht. Das Ergebnis war die Erkenntnis, dass Asche unter bestimmten Voraussetzungen dazu beiträgt, dass Pflanzen üppiger gedeihen. Grundsätzlich ungeeignet als biologischer Gartendünger ist Kohleasche. Diese enthält zumeist hochgiftige Schwermetalle, wie Blei oder Chrom, sowie schädliche Phosphate. Holzasche dagegen ist sehr wohl im kleinen Rahmen als Düngemittel im privaten Nutz- und Ziergarten geeignet, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt:
- nur unbehandeltes Holz
- kein lackiertes Holz
- keine Holzmöbel
- schwarz-weißes Zeitungspapier zum Anzünden
- keine Katalogseiten zum Entzünden
- nicht Kohle- mit Holzasche mischen
So wird Holzasche als Dünger eingesetzt
Sind alle Ausgangsvoraussetzungen für die schadstofffreie Holzasche erfüllt, hat der Hobbygärtner die Wahl unter zwei Methoden der Anwendung. Die Holzasche kann direkt im Beet ausgebracht werden. Dabei sollten maximal 30 Gramm pro Quadratmeter über dem Boden ausgestreut werden; andernfalls besteht das Risiko der Überdüngung. Alternativ kommt ab und zu eine dünne Schicht Holzasche auf den Komposthaufen, im Wechsel mit anderen kompostierbaren Materialien. Die Möglichkeit, Holzasche als biologischen Dünger zu nutzen, reduziert die Menge, die in der Aschetonne bzw. Mülltonne entsorgt werden muss, nur unmerklich. Die Entsorgungskosten für Kaminasche werden durch die Verwendung als Dünger daher kaum gesenkt. Allerdings berichten erfahrene Hobbygärtnern von einer positiven Wirkung auf die Wuchskraft der mit Holzasche gedüngten Pflanzen, solange die genannten Prämissen beachtet werden.
Diese Pflanzen vertragen Dünger aus Holzasche
Da die Asche aus verbranntem Holz sich in kurzer Zeit auflöst und in den Boden eindringt, entfaltet sich die stärkende Wirkung auf die Pflanzen im Beet bemerkenswert effektiv. Da sie stark basisch ist, neutralisiert die Asche sauren Boden, sodass sie nicht für alle Pflanzen als Naturdünger geeignet ist. In folgenden Bereichen spricht nichts gegen die Verwendung von Holzasche:
- unter Sträuchern
- im Blumenbeeten
- an Obstgehölzen
Insbesondere profitieren folgende Obst-, Gemüse- und Zierpflanzen von einer Düngung mit Holzasche:
- Porree
- Rosenkohl
- Sellerie
- Kartoffeln
- Grünspargel
- Tomaten
- Möhren
- Zwiebeln
- Weinreben
- Stachelbeeren
- Himbeeren
- Rosen
- Geranien
- Fuchsien
- viele Blütenstauden
Ausgenommen von der Düngung mit Holzasche sind sämtliche Pflanzenarten, die einen sauren Boden benötigen, wie:
- Azaleen
- Fleißiges Lieschen
- Rhododendron
- Kamelien
- Orchideen
- Narzissen
- Pfingstrosen
- Preiselbeeren
- Kiwis
- Rosskastanien
- Palmen
Mit Holzasche Kaliummangel ausgleichen
In der Waldwirtschaft wird der natürliche Nährstoffkreislauf geschlossen
Hobbygärtner, die einen eigenen, kleinen Wald bewirtschaften, werden den hohen Kalkgehalt der Holzasche zu schätzen wissen, denn er liegt hier bei mindestens 20 %. Viele Waldböden in Deutschland sind zu sauer. Wird Holzasche hier wohldosiert ausgebracht, dient dies auf längere Sicht der Bodenverbesserung. Die Versauerung wird abgebaut und die Bäume können wieder tiefer wurzeln, sodass ihre Standfestigkeit gesteigert wird. Das Land Baden-Württemberg macht es in großem Stil vor. Es ist erwarten, dass weitere Bundesländer folgen. Daher spricht nichts dagegen, dass private Waldbesitzer und Gartenfreunde diesem Beispiel folgen, vor allem wenn sie daheim einen Kamin befeuern.
Holzasche kann mehr als nur düngen
Neben der Nutzung von Holzasche als Naturdünger, verwenden umweltbewusste Hobbygärtner Holzasche in zahlreichen weiteren Bereichen:
Als Unkrautvernichter
Moose und Algen
Wurzelunkräuter
Sie sind allgegenwärtig im Garten und machen dem Hobbygärtner aufgrund ihrer Hartnäckigkeit das Leben schwer. Wurzelunkräuter, wie Löwenzahn, Schachtelhalm, Wegerich oder Disteln werden im Herbst wiederholt mit Holzasche bestreut, um ein erneutes Wachstum im nächsten Frühjahr zu verhindern.
Auslaufen von Pflanzensaft stoppen
Zahlreiche sukkulente Gewächse im Garten liefern wunderschöne Sträuße für die Vase im Haus. Werden beispielsweise einige Triebe der Wolfsmilch zu diesem Zweck abgeschnitten, wird das Auslaufen des Pflanzensaftes sogleich gestoppt, wenn die Schnittstelle kurz in Holzasche getaucht wird.
Zur Schädlingsbekämpfung
Kohlschnacke
Die bis zu 30 mm langen Larven der Kohlschnake machen sich über die Wurzeln der Gemüsepflanze her. Wird Holzasche um den Strunk des Kohls verstreut, verhindert diese Maßnahme den Befall oder stoppt die Fressattacke.
Blattkäfer und Erdflöhe
Die dunkelfarbigen Schädlinge beginnen mit ihrem Unwesen ab Juni und entwickeln zumeist mehrere Generationen pro Saison. Sie befallen bevorzugt Gartenkresse, Chinakohl, Radieschen oder Rettich. Neben den bekannten biologischen Bekämpfungsmethoden, wie das Versprühen von Brennnesseljauche, trägt auch das Verstreuen einer dünnen Schicht Holzasche dazu bei, die Biester loszuwerden.
Blattläuse
Baumanstrich
Erfahrene Bio-Gärtner schützen ihre Bäume jedes Jahr mit einem Anstrich vor Frostschäden, vor allem aber vor Schädlingsbefall durch Apfelwickler, Schildläuse und etliche Pilzkrankheiten. Das folgende Rezept mit einem hohen Anteil an Holzasche heilt gleichzeitig Wunden in der Rinde und erhöht die Fruchtbarkeit der Bäume:
- 500 g Holzasche
- 5kg Lehm
- 3 kg Kuhfladen
- 500 g Stein- oder Algenmehl
- 0,5 l unverdünnte Schachtelhalmbrühe
- 10 l warmes Wasser
Diese Zutaten werden gut miteinander vermischt, sodass ein zähflüssiger Brei entsteht. Mithilfe einer Bürste wird der Baumanstrich im November und im Februar an einem frostfreien Tag auf den trockenen Stamm aufgetragen. Knospen sollten mit dem Holzaschebrei nicht in Berührung kommen. Flechten und Moos werden vorher entfernt.
Statt Streusalz, mit Holzasche Wege im Winter begehbar machen
Fazit
Hobbygärtner, die steigende Energiekosten durch die Befeuerung eines eigenen Kamins oder Kaminofens in Grenzen halten, erhalten mit der Asche einen nützlichen Dünger für ihren Nutz- und Ziergarten. Allerdings sind einige wichtige Voraussetzungen zu beachten, damit Holzkohle als Dünger positiv auf die Pflanzen wirkt und ihnen nicht schadet. So ist Asche, die nach der Verbrennung von Kohle oder Brikett übrig bleibt, denkbar ungeeignet als Dünger, denn sie enthält toxische Schwermetalle. Wird der Kamin jedoch ausschließlich mit unbehandeltem Holz aus nachhaltigem Anbau verfeuert und zum Entzünden des Feuers schwarz-weißes Zeitungspapier benutzt, kann entsteht eine Asche, die nicht nur als Dünger wertvolle Dienste leistet, sondern auch in der Schädlingsbekämpfung, als Unkrautvernichter und sogar als Ersatz für schädliches Streusalz eingesetzt wird. Hobbygärtner, die einen eigenen, kleinen Wald bewirtschaften, vollenden hier den klassischen Nährstoffkreislauf, wenn sie die Asche des verbrannten Holzes hier wieder ausbringen zum Zweck der Kalkung. Holz aus nachhaltigem Anbau, das im Kamin für Wärme sorgt, kann also einen wichtigen Beitrag leisten zur naturverbundenen Versorgung von Nutz- und Ziergärten.