
Die asiatische Küche liegt im Trend und damit auch exotisches Gemüse. Viele dieser Gemüsesorten wachsen ohne Probleme in unseren Breiten und einige, wie der Chinakohl, haben sich schon längst in den Gärten etabliert, wenn man sie auch hier gelegentlich anders in der Küche nutzt als in Asien. Einige Asia-Gemüsesorten sind sogar winterhart und können teilweise noch im Winter geerntet werden.
Auswahl an Kohlarten
Kohlarten haben in der Asia-Küche einen fixen Platz. Sie werden vorwiegend gekocht in Gemüsepfannen, als Beilage oder für Suppen verwendet. Kohlarten im Garten sind pflegeleicht, man darf sie jedoch nicht zu früh pflanzen. Erfolgt die Pflanzung zu früh und wird es erneut kalt, kann es passieren, dass Kohlarten verfrüht blühen.
Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis)
Geerntet wird der Chinakohl noch vor dem ersten Frost. Mit einem Vlies als Abdeckung verträgt er auch leichte Minusgrade – zu lange sollte man ihn diesen Temperaturen allerdings nicht aussetzen. Bei der Ernte sollte man die äußeren Blätter entfernen und nur den festen Kopf einlagern. Die Lagerfähigkeit ist jedoch nur auf wenige Wochen begrenzt.
Auswahl an Chinakohlsorten:
- Granat
- Hong-Kong
- Kasumi
- Parkin
- Mei Qing Choi
- Yuki
Pak Choi (Brassica rapa subsp. chinensis)
Bereits nach wenigen Wochen bilden sich dann dicke Blätter, die man einzeln oder die Pflanze im Ganzen ernten kann. Der Pak Choi ist allerdings nicht lagerfähig.
Auswahl an Pak Choi Sorten:
- Joi Choi
- Tatsoi
- Misome
- Mei Qing Choi
Exotische Gewürze
Gewürze spielen in der asiatischen Küche eine große Rolle, da viele Grundzutaten im Geschmack manchmal neutral sind. Gewürze verleihen ihnen einen einzigartigen Geschmack, fördern die Gesundheit und insbesondere die Verdauung.
Ingwer (Zingiber officinale)
Er treibt im Warmen rasch aus und kann, sobald es frostfrei ist, ins Freiland umgesiedelt werden. Der Ingwer muss dabei nicht zwingend aus dem Topf genommen werden. Bei einer frühen Kultur entwickelt er rasch erste Blüten. Geerntet wird der Ingwer, wenn die grünen oberirdischen Teile braun geworden sind. Wer im nächsten Winter wieder mit dem Ingwer starten möchte, sollte sich einige Knollen behalten.
Wasabi (Eutrema japonicum)
Die Temperaturen dürfen maximal auf 8°C sinken – kurzzeitig verträgt er auch kühle Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt. Ideal ist eine Temperatur um 20°C, was bedeutet, dass er auch im Sommer keine heißen Temperaturen verträgt und bevorzugt an schattigen und kühlen Plätzen gepflanzt werden sollte. Er kann ohne Probleme im Topf in einem Substrat, das aus nährstoffreicher Komposterde besteht.
Geerntet wird der Wasabi, wenn die Wurzel eine Länge von 15 cm hat. Der Wasabi wächst allerdings sehr langsam und benötigt dafür bis zu 18 Monate. Daher sollte man die Pflanze auch im gleichen Topf, in dem man sie pflanzt, überwintert.
Besondere Gemüsesorten
Asiatisches Gemüse scheint oft sehr exotisch und nur wenige glauben, dass es sich auch hier anbauen lässt. Doch sind viele Regionen vergleichbar mit dem Klima von Mitteleuropa und mit etwas zusätzlicher Pflege und gelegentlichem Schutz vor Kälte gedeihen hier auch einige besondere Asia-Gemüsesorten.
Bittermelone (Momordica charantia)
Die Bittermelone hat eine sehr lange Kulturdauer und es empfiehlt sich eine Vorkultur auf dem Fensterbrett. Kälte verträgt sie überhaupt nicht, deshalb darf sie frühestens ab Mitte Mai ins Freiland. Dort bevorzugt sie ebenfalls sonnige Standorte. Sie sollte aber ein Rankgerüst haben.
Etwa fünf Wochen nach der Auspflanzung blüht sie das erste Mal. Geerntet werden die Bittermelonen, wenn sie noch grün sind. Wer Samen ernten möchte, kann warten, bis die Melonen eine gelbe Farbe haben.
Flügelbohne (Psophocarpus tetragonolobus)
Im Vergleich zu heimischen Bohnen sind alle Teile der Flügelbohne essbar. Die Hülsen des asiatischen Gemüses werden wie grüne Bohnen unreif geerntet und für Wok-Gerichte verwendet. Die Blätter lassen sich ähnlich wie Spinat verarbeiten. Die Flügelbohne ist in der Kultur wenig aufwendig, wenn sie genug Sonne hat und ein Gerüst zum Ranken, kann sie sich gut entwickeln.
Okra (Abelmoschus esculentus)
Okra gehört zur Familie der Malvengewächse und wer einmal die wunderschönen gelben großen Blüten gesehen hat, der verliebt sich oft unweigerlich in diese Pflanzen. Die Samenkapseln werden im unreifen grünen Zustand geerntet und gerne mit scharfen Gewürzen angebraten.
Okra hat eine lange Kulturdauer, da die Samenkapseln nicht zur gleichen Zeit reifen. Gestartet wird mit der Kultur ab März in Innenräumen. Die Auspflanzung ins Freiland erfolgt im Mai. Was den Nährstoffbedarf anbelangt ist Okra sehr flexibel, denn die Pflanzen kommen auch mit mageren Böden gut zurecht. Je besser der Standort allerdings ist, umso größer werden die Pflanzen und umso mehr Ertrag bringen sie.
Sojabohne (Glycine max)
Die Sojabohne wird schon seit vielen Jahren in Mitteleuropa kultiviert, jedoch vorwiegend als Futtermittel. Soja ist zwar ein wichtiges asiatisches Gemüse, wird allerdings vorwiegend in verarbeiteter Form als Tofu genutzt.
Auswahl an Sorten:
- Green Shell
- Summer Shell
- Hokkai Black
Wachskürbis (Benincasa hispida)
Wer mit dem Anbau früh startet, kann bis zu zwei Mal pro Jahr ernten. Eine Woche nach der Blüte kann man die unreifen Wachskürbisse ernten. Wird mit der Ernte zehn Wochen gewartet, sind die Früchte ausgereift und zeichnen sich durch eine sehr gute Lagerfähigkeit aus und das sogar bei Zimmertemperatur.
Auswahl an Sorten:
- Long Giant
- Thai Small
- Oblong Tong Qwa
- Round Tong Qwa