Eichenprozessionsspinner sind unauffällige Nachtfalter. Für Eichen werden die Raupen meist nur gefährlich, wenn sie mehrere Jahre hintereinander befallen werden. Menschen sollten die Tiere jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Eichenprozessionsspinner erkennen
Die adulten Falter des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) sind recht unscheinbar und an folgenden Merkmalen zu erkennen:
- eher unauffällige asch- bis braungrauen Färbung
- Flügelspannweite von bis zu 36 Millimetern
- Flugzeiten: Ende Juli bis Mitte August
Die nachtaktiven Raupen der Nachtfalter dagegen zeigen ein äußerst auffälliges Erscheinungsbild:
- orangefarben beim Schlüpfen im Frühling
- ab dem zweiten Entwicklungsstadium: graugrün mit einem helleren Bereich an den Seiten
- ab dem dritten Entwicklungsstadium: Behaarung
- lange Haare bis ungefähr einen Zentimeter (ungefährlich)
- bis zu 700.000 Brennhaaren an Bürsten: 0,1 bis 0,3 Millimeter lang
- Brennhaare und ältere Häute der Raupen verursachen schmerzhafte Hautreaktionen (Juckreiz, Schwellungen Bläschen)
- Haare fallen auf Kleidung
- werden vom Wind bis zu 500 Meter verbreitet
Was tun bei Entdeckung?
Entdecken Sie eine Raupe, ist das Beste, was Sie tun können, Abstand halten oder gleich das Weite suchen. Um andere zu schützen, sollten Sie den Standort der Eiche melden.
Zuständige Behörden sind das
- Forstamt/Grünflächenamt/Amt für Stadtgrün,
- Ordnungsamt,
- Gesundheitsamt.
In der Regel reicht ein Anruf oder eine E-Mail. Damit die Behörde das Areal sichern kann, sollten Sie folgende Angaben melden:
- Ort, Datum und Uhrzeit
- Stärke des Befalls, soweit zu erkennen
Was tun bei Verdacht?
Haben Sie den Verdacht, dass sich der Eichenprozessionsspinner auf einem Baum eingenistet hat, sollten Sie
- sich ihm nur äußerst vorsichtig nähern
- Ihre Haut am ganzen Körper inklusive der Haare bedecken
- versuchen, ein Foto zu machen, auf dem die Raupen gut zu erkennen sind
Nach der Inspektion gehen Sie nun wie folgt vor:
- Kleidung inkl. Handschuhe mit mindestens 60 Grad Celsius waschen
- duschen inkl. Haarwäsche
- Schuhe und Schutzbrille gründlich reinigen
- Mund-Nasenschutz in einer Plastiktüte entsorgen
Was tun bei akutem Befall?
Da der Kontakt mit den Brennhaaren mit unangenehmen Folgen verbunden ist, sollten Sie auf keinen Fall mit den Haaren in Berührung kommen:
- Raupen nicht anfassen
- Nester bzw. Raupenrückstände nicht berühren
- mehrere Meter Abstand vom Baum halten (Aufwirbelung der Brennhaare durch den Wind)
- im Umkreis des Baumes nichts vom Boden aufheben
- alte Nester und Raupenrückstände nicht aufheben oder entfernen (schädliche Wirkung über mehrere Jahre)
- Fenster und Türen schließen
Raupen entfernen
Aufgrund der Gefahr, die von Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners ausgeht, sollten Sie Raupen und Nester nicht selbstständig entfernen. Vom Abspritzen der Nester oder dem Verbrennen der Raupen wird dringend abgeraten, da die Brennhaare durch solche Maßnahmen nur in alle Richtungen verteilt werden.
Daher sollten Sie entweder einen Schädlingsbekämpfer direkt kontaktieren oder das zuständige Ordnungsamt bzw. Grünflächenamt nach einem professionellen Unternehmen fragen. Denn die Experten verfügen nicht nur über die notwendige Schutzkleidung, sondern kennen auch die entsprechenden Methoden, wie Raupen bzw. Nester mit möglichst geringer Verbreitung der Brennhaare entfernt werden.
Häufig gestellte Fragen
Eine Meldepflicht besteht nicht. Es wird jedoch dringend empfohlen, das Auftreten der Raupen zu melden, damit die entsprechenden Gebiete abgeriegelt werden können.
Bislang treten sie fast nur auf Eichen auf. Es wurden jedoch Raupen auch schon auf Hainbuchen beobachtet. Die Vermutung ist, dass Nahrungsmangel die Tiere ausweichen lässt.
Ja, das sind sie. Schützen Sie Ihre Tiere unbedingt! Lassen Sie Hunde beispielsweise nicht am Boden um Eichen herum schnüffeln und bringen Sie Ihren Kaninchen oder anderen Kleintieren kein Futter aus dem Umkreis betroffener Eichen mit.