
Sie werden häufig fälschlicherweise für eine eigene Ameisengattung gehalten, dabei sind Ameisen mit Flügeln nichts anderes, als geschlechtsreife Männchen und Weibchen auf ihrem Hochzeitsflug. In den hiesigen Regionen geht es in der Regel ab Mitte Mai los, dass die fliegenden Ameisen ausschwärmen. Sie wurden bis zu diesem Zeitpunkt im elterlichen Bau von den Arbeiterinnen gehegt und gepflegt. Nun begeben sie sich auf die Suche nach dem jeweils anderen Geschlecht, wobei die Weibchen von bis zu 40 Männchen begattet werden. Nach diesem nur wenige Stunden andauernden Hochzeitsflug sterben die Männchen ab, die Weibchen entledigen sich ihrer Flügel und gründen entweder einen eigenen Staat oder kehren in das bisherige Nest zurück. Eine Gefahr geht von den Ameisen mit Flügeln zwar nicht aus; doch im Garten oder im Haus will sie niemand haben. Es steht eine ganze Reihe von Methoden zur Verfügung, um diese Plagegeister effektiv zu bekämpfen.
Vorbeugende Maßnahmen
Die wohl wirkungsvollste Methode liegt darin, die Ameisen erst gar nicht ins Haus hinein zu lassen. Daher ist es ratsam, mithilfe der folgenden Tipps die lästigen Insekten an einem Einzug zu hindern:
- Fenster mit einem Fliegengitter versehen.
- Sämtliche Löcher und Ritzen am Haus mit Silikon verschließen.
- Im Dunkeln Fenster geschlossen halten, wenn das Licht angeschaltet ist.
- Lavendelpflanzen an den Eingangstüren positionieren.
- Duftlampen mit Lavendelöl am Haus aufstellen.
- Schalen mit Zuckerwasser oder Sirup und Spüli rund ums Heim verteilen.
- Ameisenstraßen Richtung Haus mit Backpulver oder zerkleinerten Eierschalen unterbrechen.
- Kreidestriche um das Haus ziehen.
- Kupfermünzen auslegen.
- Speisen und Getränke nicht offen herumstehen lassen.
- Fressnäpfe von Haustieren nach Gebrauch sofort wegräumen.
Fliegende Ameisen im Haus loswerden
Ameisen sind so schlau und robust, dass es passieren kann, dass sämtliche vorbeugenden Maßnahmen nicht wirken. Befindet sich ein Nest im Haus, ist dies daran zu erkennen, dass sich eine stetig anwachsende Anzahl von Ameisen auf regelrechten Straßen durchs Haus bewegen. Dabei handelt es sich im Frühjahr und Sommer um die Arbeitstiere, die damit beschäftigt sind, die Königinnen und Männchen zu versorgen, bis sie zu ihrem Hochzeitsflug aufbrechen. Am einen Ende dieser Karawanen befindet sich das Nest, am anderen Ende die Futterquelle, die sie im Haus ausfindig gemacht haben. Sind die ungebetenen Gäste erst einmal eingezogen, stehen folgende Bekämpfungsmittel zur Verfügung:
- Alle möglichen Futterquellen beseitigen.
- Die Zugänge zum Nest verstopfen.
- Die Ameisenstraßen mit Essig oder Zitronensaft beträufeln.
- Klebefallen aufhängen.
- Kräftige Kreidestriche ziehen.
- Wenn möglich, Holzfüße der Küchenmöbel in Seifenwasser stellen.
- Abschlussleisten von Schränken abdichten.
- Nester mit Wermutjauche besprühen.
- In Wasser aufgelöste Hefe ins Nest laufen lassen.
- Ausschwärmende geflügelte Ameisen mit Haarspray besprühen.
- Schale mit abgestandenem Bier als Falle aufstellen.
- Hirschhornsalz mit Zucker vermischt wird zur tödlichen Falle.
- Insektenlichter mit UV-Licht aufhängen.
Ameisen mit Flügeln im Garten bekämpfen
Obwohl Ameisen als Plage angesehen werden, vor allem, wenn sie ins Haus eindringen oder in riesigen Schwärmen den Aufenthalt im Freien beeinträchtigen, erfüllen sie im Garten trotzdem verschiedene nützliche Aufgaben: Sie graben die oberen Erdschichten um, tragen zum Abbau organischen Abfalls bei oder verteilen Pflanzensamen. Daher wird der ökologisch verantwortungsbewusste Hobbygärtner eher dahin tendieren, fliegende Ameisen aus dem Garten zu vertreiben, anstatt sie zu vernichten. Nimmt der Befall allerdings Überhand, kann der Einsatz tödlicher Gifte unumgänglich sein. Abgesehen vom Essig, können die bereits erwähnten Gerüche auch im Freien – an den richtigen Stellen ausgebracht -, die Ameisen dazu animieren, die Koffer zu packen, noch bevor es zum Nestbau oder zum Hochzeitsflug kommt.
Darüber hinaus haben sich folgende Praktiken bewährt, fliegende Ameisen zu bekämpfen:
- Entstehende Nester mit Hefe bestreuen.
- Beete mit Pflanzenteilen der Tomate mulchen.
- Eine Mischung aus Wasser und Zigarettenasche wirkt als tödliches Gift.
- Teile aus Kupferblech ins Nest stecken.
- Farnkraut, Wacholderblätter oder Lavendelblätter auf die Ameisenpfade legen.
- Ameisenstraßen immer wieder zusammenkehren.
- Natron verstreuen oder mit Wasser gemischt in der Gießkanne ausbringen.
Geflügelten Ameisen auf der Terrasse Einhalt gebieten
Da Ameisen stets in Horden auftreten, können sie auf der Terrasse großen Schaden anrichten, wenn sie ihr Nest unter den Platten oder Dielen anlegen. Die Platten können absacken und zu gefährlichen Stolperfallen werden. Starten dann noch die fliegenden Ameisen zu ihrem Hochzeitsflug, werden zwangsläufig ganze Schwärme von ihnen auch ins Haus gelangen. In einem solchen Fall kann der Gartenfreund kaum noch umhin, zu einem tödlich wirkenden Mittel zu greifen. Dabei hat sich folgende nicht chemische Mischung bewährt:
- 1 Glas Honig
- die gleiche Menge Wasser
- 30 g Natron
- etwas Apfelessig
Alle Zutaten werden tüchtig miteinander verrührt. Der so entstandene Brei wird in unmittelbarer Umgebung des Ameisenbaus verteilt. Darüber wird noch Backpulver verstreut. Sämtliche Krabbeltiere, die damit in Berührung kommen, sterben ab. Abhängig von der Größe des Ameisenvolkes, kann diese Methode mehrfach wiederholt werden. Ebenfalls wirksam sind:
- Algenkalk
- Gesteinsmehl
- Salz
- Zimt
- Backpulver
Werden diese Mittel verstreut, tragen die Arbeiterinnen sie mit ins Nest, wo auch die Königin und die Männchen daran zugrunde gehen, sodass es zum gefürchteten Hochzeitsflug gar nicht erst kommt. Allerdings ist zu beachten, dass diese Mittel nicht oder nur noch sehr eingeschränkt wirken, wenn sie durch Regen oder Gießwasser nass geworden sind.
Mit Nematoden giftfrei gegen fliegende Ameisen vorgehen
Damit es erst gar nicht zum Hochzeitsflug kommt, bei dem schlimmstenfalls Tausende von Geschlechtstieren ausschwärmen, hat sich als giftfreies Bekämpfungsmittel eine spezielle Nematodenart bewährt. Die Nematodengattung Mermis hat sich erst kürzlich als wirksamer Ameisenparasit erwiesen. Die Fadenwürmer werden mit der Gießkanne über den Nest ausgebracht und machen sich sogleich über die Larven her. Mutter Natur scheint Nematoden als Bekämpfungsmittel gegen Ameisen bereits seit Jahrmillionen zu kennen, denn in fossilen Ameisenarbeiterinnen hat man die Fadenwürmer ebenfalls entdeckt.
Blattläuse bekämpfen, verhindert Ameisenplage
In diesen Fällen ist der Profi gefragt
In einem frühen Stadium sind die beschriebenen Mittel gegen Ameisen und den daraus folgenden fliegenden Ameisen sicher effektiv und wirksam. Es kann jedoch erforderlich werden, einen professionellen Experten heranzuziehen, um die Plage in Haus und Garten in den Griff zu bekommen:
- Ein großer Ameisenbau befindet sich im Haus.
- Es handelt sich um eine holzschädigende Ameisenart.
- Die Population nimmt überhand.
- Jedes Jahr erscheinen aufs Neue die fliegenden Ameisen in Haus und Garten.
Schädlingsexperten werden die Art der Ameisen bestimmen können und mit Rat und Tat zu helfen wissen. Zu einem chemischen Insektenspray zu greifen, kann in diesen Fällen die Sachlage noch verschlimmern, denn nur die angesprühten Tiere verenden. Ihre Artgenossen werden sich neue Wege suchen, um den Garten zu belagern oder ins Haus einzudringen.
Die gefährlichsten Ameisenarten erkennen
Pharao-Ameisen
- eine der gefährlichsten Arten
- mit 2 bis 3 mm sehr klein
- nisten sich vorzugsweise im Mauerwerk ein
- fliegen mehrmals im Jahr aus
- bräunlich gelb mit dunklem Kopf
Rasenameisen
- eine häufig vertretene Art
- geflügelte Männchen bis 5,5 mm lang
- Weibchen mit Flügeln mit 8 mm lang
- bevorzugen Erdnester
- dringen in Häuser ein und verunreinigen Lebensmittel
Schwarzgraue Wegameise
- dunkelbraune bis schwarze Färbung
- Beine und Fühler rötlich
- Schwarmzeit von Ende Mai bis August
- hausen oft unter Gehweg- und Terrassenplatten
Allen beschriebenen Arten ist gemeinsam, dass geflügelten Männchen und Weibchen über vier Monate lang immer wieder zum Hochzeitsflug ausschwärmen.
Fazit
Ausgerechnet während der schönsten Monate des Jahres, von Mai bis August, kann ein geöffnetes Fenster von den fliegenden Ameisen als Einladung zum Hausbesuch aufgefasst werden. Richtig gefährlich sind sie zwar nicht; da sie aber im schlimmsten Fall zu Hunderten oder gar Tausenden auftreten, fühlt sich der begeisterte Gartenfreund aufgefordert, die Plage in Haus und Garten zu bekämpfen. Eine Fülle von biologischen Hausmitteln hat sich bereits bewährt, insbesondere Backpulver und Natron. Zur chemischen Keule sollte nur gegriffen werden, wenn es unumgänglich ist, denn die fliegenden Ameisen wollen niemandem schaden, sondern befinden sich einfach nur auf ihrem Hochzeitsflug.