
Die Knolle und das Grün vom Sellerie sind in der Küche ein unverzichtbarer Aromageber. Knollensellerie wird häufig für Suppen genutzt, während der Stangensellerie als grüne Beilage roh nutzbar ist. Bedenkenlos ist der rohe Genuss der Sellerie-Knolle und des Grüns nicht. In Ausnahmefällen können alle Selleriearten bestimmte Inhaltsstoffe bilden, die toxische Reaktionen verursachen. Nur durch das Kochen werden diese Inhaltsstoffe neutralisiert.
Wertvolle Inhaltsstoffe
Es gibt mittlerweile rund 30 verschiedene Selleriearten, die sich in folgende Kategorien unterteilen:
- Blattsellerie
- Knollensellerie
- Staudensellerie bzw. Stangensellerie
Die wichtigsten Inhaltsstoffe im Überblick:
- Ätherische Öle (verantwortlich für das typische Selleriearoma)
- Flavonoide
- Vitamine (A, B, C, D, E, K)
- Eisen
- Kalium
- Kalzium
- Magnesium
- Folsäure
Besonders hoch ist beispielsweise der Anteil an Kalium im rohen Zustand. Rund 100 g roher Sellerie enthält über 300 mg Kalium. Das Gemüse enthält zudem verschiedene gesunde Fette, Proteine, Kohlenhydrate und ist reich an Ballaststoffen.
Rohkost aus Knollen
Blätter als Garnitur
Sowohl gebleichtes als auch ungebleichtes Selleriegrün hat einen intensiven Geschmack. Abgezupfte Blätter können Sie beispielsweise als essbare Garnitur verwenden oder über Salate streuen. Die Blätter als Teil der Mahlzeiten haben mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen in kleinen Mengen einen großen Vorteil. Besonders interessant ist, dass die Selleriepflanzen in allen Teilen von der Wurzel bis zum Blatt Phthalide enthalten, die für den typischen Geschmack sorgen. In den Blättern ist das Aroma sehr intensiv, wodurch kleine Mengen für eine interessante Sellerienote bei Rohkostgerichten sorgen.
Stangen als Snack
Optisch attraktiv sind vor allem die gebleichten Selleriestangen. Diese lassen sich mit etwas Aufwand selbst bleichen. Mehrere Tage bzw. Wochen vor der Ernte wird der Sellerie mit Karton oder Papier umwickelt und das Ganze mit einem Gummiband fixiert. Je nachdem wie intensiv die Stangen gebleicht sein sollen, bleibt die Umwicklung ein bis drei Wochen um die Stangen.
Vorsicht bei Schwangerschaften
Sellerieknollen mit Pilzbefall
Alle Selleriearten gehörten zur Familie der Doldenblütengewächse. Diese können in mehr oder weniger starken Konzentration sogenannte Furanocumarine ausbilden. Diese Inhaltsstoffe sind geschmacklos und sind nicht direkt giftig. In Kombination mit UV-Licht löst der Pflanzensaft eine phototoxische Reaktion aus, die sehr unangenehm werden kann. Auf Hautstellen, die mit dem Pflanzensaft in Kontakt kommen wie die Lippen beim Essen, können sich große Blasen bilden, die ähnlich wie Brandblasen aussehen.
Furanocumarine sind pflanzliche Abwehrstoffe, die gebildet werden, um sich vor unterschiedlichen Gefahren bzw. Fressfreinden zu schützen. Knollen-, Blatt und Stangensellerie sind in der Regel frei von Furanocumarinen. Wird die Pflanze von dem Pilz Sclerotina sclerotiorum befallen, bildet sie als Schutz diese Cumarine aus.

Der Pilz tritt bei einer Vielzahl von Gemüsepflanzen auf. Ein Befall ist in der Regel leicht zu erkennen, denn Teil des Schadbildes ist das gut sichtbare weiße Pilzgeflecht. Oberirdische Pflanzenteile können welken und später absterben. In einem fortgeschrittenen Stadium werden auch Wurzeln bzw. Knollen befallen und fangen an zu verfaulen. Durch dieses Schadbild wird Sclerotina sclerotiorum noch folgendermaßen bezeichnet:
- Weißstängeligkeit
- Weißfäule
- Stengelfäule
Befallene Pflanzen dürfen Sie keinesfalls mehr verzehren. Ihr Geschmack wäre aufgrund des Befalls zudem unangenehm. Selbst augenscheinlich nicht befallene Teile können bereits einen unangenehmen Geschmack haben. Aus diesem Grund wird empfohlen, Sellerieteile nicht roh zu essen, da der Pilz selbst zwar nicht giftig ist, die Pflanze allerdings Furanocumarine als Schutz ausgebildet haben kann. Gegen den Verzehr von gesunden Sellerie im rohen Zustand spricht nichts.
Gefahr für Allergiker
Oftmals werden Selleriegrün oder die Knollen als besser verträglich eingestuft, wenn er gekocht wird, allerdings reicht dies bei starken Allergikern oft nicht mehr aus. Allergiker sollten vor dem Verzehr mögliche Gefahren mit dem Arzt abklären.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Echter_Sellerie
https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/saisonkalender/mai/sellerie
https://www.eurapon.de/blog/sellerie-viel-mehr-als-ein-suppengemuese/