
Erst wenn die meisten anderen Pflanzen sich bereits auf die kalte Jahreszeit vorbereiten, zeigt der Liebesperlenstrauch mit unzähligen purpurfarbenen und violetten Beeren, warum er auch Schönfrucht genannt wird. Bis tief in den Winter zieren die Beeren den Strauch, während sich das Laub langsam verfärbt in einen gelblich-rötlichen Farbton, bevor es abgeworfen wird. Da der Strauch zwischen 2 m und 3 m hoch wird, pflanzen viele Gartenfreunde gleich mehrere Schönfrucht nebeneinander und erhalten so einen dekorativen Sichtschutz.
Pflege
Da der Zierstrauch in China beheimatet ist, bevorzugt er einen sonnigen bis halbschattigen Standort, an dem er im Winter etwas geschützt steht vor den kalten Winden. An die Bodenqualität stellt die Pflanze keine großen Ansprüche, nur möglichst kalkarm sollte sie sein, nicht zu schwer und ohne die Bildung von Staunässe. Zu schwerem Boden wird daher vor der Pflanzung etwas Sand beigefügt.
Darüber hinaus sind folgende Pflegehinweise zu beachten:
- bei Trockenheit mit kalkarmem Wasser gießen;
- Dünger nicht erforderlich;
- keine Auftausalze in der Nähe verwenden;
- Winterschutz durch Jutesäcke;
- Wurzeln durch Rindenmulch schützen.
Da der Liebesperlenstrauch in den ersten Jahren nicht vollkommen winterhart ist, sollten insbesondere die jungen Sträucher einen Winterschutz erhalten. Krankheiten und Schädlinge sind nicht bekannt, abgesehen von den Blattschäden, die auftreten, wenn in der näheren Umgebung der Schönfrucht im Winter Auftausalze verwendet werden. Daher nutzen Hobbygärtner, die das Ziergewächs im Vorgarten angepflanzt haben, andere Methoden, um den Zugang zum Haus von Eis und Schnee zu befreien, denn in den Boden versickertes Auftausalz kann noch nach Jahren der Pflanzen großen Schaden zufügen.
Schneiden
Vermehren
Hobbygärtner, die bereits stolzer Besitzer eines Schönfrucht-Strauches sind, können diesen durch Stecklinge problemlos vermehren. Die beste Zeit für diese Maßnahme ist der Herbst. Folgende Vorgehensweise hat sich dabei bewährt:
- Perfekt geeignet sind lange, gesunde Triebe ohne Fruchtbehang, die dicht über dem Boden abgeschnitten werden.
- Mit einem scharfen Messer werden die ausgewählten Triebe so zerteilt, dass sich jeweils am oberen und am unteren Ende ein Knospenpaar befindet.
- Wer die Bildung neuer Wurzeln an den Stecklingen forcieren möchte, kann dies mithilfe eines Bewurzelungspulvers aus Meeresalgen-Extrakt. Im Gartenfachhandel stehen verschiedene Produkte zur Auswahl. Dabei werden die Unterseiten der Stecklinge angefeuchtet und kurz in das Pulver getaucht.
- Die Steckhölzer werden nun zu dritt oder zu viert in Blumentöpfe oder andere Anzuchtgefäße gesteckt, die mit geeignetem, lockerem Substrat gefüllt sind. Dabei sollte von den Spitzen maximal noch 2 cm zu sehen sein. Wer ganz sicher gehen möchte, dass sich im Substrat keine Keime befinden, stellt dieses vorher für etwa 20 Minuten bei 200° in den Backofen. Alternativ können die Stecklinge im Garten auch gleich in die Erde gesteckt werden, sind dann aber unbedingt mit Gartenvlies, einem Jutesack oder Folie abzudecken zum Schutz vor der Kälte.
- Die Töpfe mit den Stecklingen werden idealerweise an einem kühlen, aber frostfreien Ort aufbewahrt. Während dieser Zeit wird die Erde permanent leicht feucht gehalten, ohne dass sich Staunässe bilden kann.
- Im folgenden Frühjahr werden die Anzuchtgefäße ins Freie gestellt, wo sie bis zum Sommer genügend starke Wurzeln bilden. Dann ist es an der Zeit, die Stecklinge zu pikieren und an ihrem neuen Standort im Beet einzupflanzen. Sollte die Wurzelbildung noch nicht zufriedenstellend ausgefallen sein, warten erfahrene Hobbygärtner sicherheitshalber bis zum darauffolgenden Frühjahr, um erst dann die jungen Sträucher auszupflanzen.
Vermehren der Schönfrucht durch Aussaat
Die Aussaat der Samen des Liebesperlenstrauches ist im Haus das ganze Jahr hindurch bei einer Temperatur von mindestens 20° Celsius möglich. Folgende Materialien sollten bereitstehen:
- Anzuchtgefäß
- Kultursubstrat
- etwas Sand
- Klarsichtfolie
- Gummiband
Um die Keimung vorab zu forcieren, werden die Samen für 24 Stunden in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser eingeweicht. Das Anzuchtsubstrat wird mit etwas Sand vermischt, damit es schön durchlässig ist und in Töpfe gefüllt, die möglichst über ein Ablaufloch für überschüssiges Wasser verfügen. Eine kleine Drainageschicht aus Kieselsteinen oder Granulat verhindert, dass das Ablaufloch verstopft. In diese Erde werden die Samen gesteckt, und zwar bis zu einer Tiefe, die ihrer doppelten Länge entspricht. Dann wird das Ganze leicht angefeuchtet und mit der Plastikfolie abgedeckt, die mit einem Gummiband befestigt wird. Einige kleine Luftlöcher sorgen dafür, dass sich aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, die darunter entsteht, kein Schimmel bildet. Nach zwei bis drei Wochen setzt die Keimung der Samen ein und die Folie kann entfernt werden. Nun heißt es Geduld zu bewahren, bis sich die ersten kleinen Blätter zeigen, und die Keimlinge pikiert werden können. Ab diesem Zeitpunkt kommen sie in einen eigenen Topf, der mit Kultursubstrat gefüllt ist. Vom Frühling bis in den Herbst hinein können die jungen Pflanzen sich im Freien entwickeln. Den Winter sollten sie in den ersten beiden Lebensjahren allerdings noch in einem frostsicheren Raum verbringen. Bei guter Pflege entwickeln sich die Wurzeln zügig, sodass der Zierstrauch schrittweise in immer größere Töpfe umgepflanzt wird, bis er groß und kräftig genug ist, um im Garten eingepflanzt zu werden.
Pflanzen
Beliebte Sorten
Weltweit wurden bisher mehr als 100 Sorten der Schönfrucht kultiviert. Im Folgenden werden einige der beliebtesten Varianten vorgestellt:
Chinesische Schönfrucht/Liebesperlenstrauch ‚Callicarpa giraldii‘
- eine der beliebtesten Sorten in Mitteleuropa
- unscheinbare Blüten im Sommer
- Bienen- und Schmetterlingsmagnet
- violette Früchte im Herbst sind giftig
- Wuchshöhe bis 300 cm
- winterhart
Liebesperlenstrauch / Schönfrucht ‚Profusion‘
- Laub verfärbt sich im Herbst gelblich
- winterhart ab dem zweiten Jahr
- Wuchshöhe bis 300 cm
- Wuchsbreite bis 200 cm
Schönfrucht ‚Callicarpa americana‘
- im Amerika beheimatet
- längliche, gezähnte Laubblätter
- violetten Früchte sind ausnahmsweise essbar
Liebesperlenstrauch ‚Callicarpa bodineri‘
- Rarität mit aufrecht wachsenden Zweigen
- violett-rosa Blüten im Sommer
- Wuchshöhe 200 cm bis 300 cm
- winterhart ab dem zweiten Jahr
Japanischer Liebesperlenstrauch Callicarpa bodinieri ‚Leucocarpa‘
- zahlreiche lila Blüten an langen Dolden
- glänzende, rotviolette Beeren
- wird bis zu 250 cm breit und 300 cm hoch
- langes, spitz zulaufendes Laub
Die meisten Gartencenter bieten den Liebesperlenstrauch als Containerpflanze an. Dieser faszinierende Strauch ist im Vergleich zu den meisten anderen Ziergewächsen jedoch recht kostspielig. Wer die Ansiedlung der Schönfrucht im Garten etwas preisgünstiger gestalten möchte, zieht die ersten Pflanzen aus Samen heran und führt später die Vermehrung mithilfe von Stecklingen durch.
Fazit
Der exotisch anmutende Liebesperlenstrauch ist eine Zierde für jeden Garten. Mit einer Wuchshöhe von mehr als 200 cm, ist er als Solitärpflanze eine ebenso faszinierende Augenweide, wie in der Gruppe, als Sichtschutz oder im Kübel. Im Sommer lässt er den anderen Pflanzen im Garten den Vortritt und zeigt nur recht unscheinbare Blüten, die allerdings Bienen und Schmetterlinge geradezu magisch anziehen. Im Herbst ist dann die Zeit gekommen für seinen großen Auftritt. Es entwickeln sich unzählige, glänzende, violette Beeren an gerade wachsenden Dolden, die bis tief in den Winter hinein alle Blicke auf sich ziehen. An einem sonnigen, geschützten Standort fühlt der Liebesperlenstrauch sich besonders wohl, solange der Boden nicht zu kalkhaltig ist. Ansonsten ist er ausgesprochen pflegeleicht und lässt sich problemlos vermehren mithilfe von Stecklingen oder Samen. Ein Rückschnitt ist nur dann erforderlich, wenn er zu groß wird oder langsam verkahlt. Im nächsten Jahr treibt die Schönfrucht dann wieder neu aus und bildet die zahllosen, farbenprächtigen Beeren. Die mit den violetten Liebesperlen bewachsenen Zweige sind zudem ein aparter Schmuck für die Vase im Haus.