
Moderne Häuser brauchen auch eine moderne Gartengestaltung. Es geht nicht, dass man zu einem neuen Haus, rechteckig, Flachdach, viele weiße Wände, große Fensterfronten und Edelstahlgeländer, dann einen Bauerngarten gestaltet. Der Charakter des Gartens muss zum Stil des Hauses passen. Das heißt nicht, dass ein moderner Garten keine Blumen enthält. Er kann genauso lebendig wirken, wie ein Bauerngarten.
Linien und Formen
Zu modernen Häusern passen meist formal gestaltete Gärten am besten, also klare Linien und Formen, exakt gegliederte und abgegrenzte Flächen, Wege und Plätze. Geschwungene Formen sind eher etwas für naturnahe Gärten, Bauern- und Cottagegärten und dergleichen.
Beim Japangarten sieht man auch oft, dass es einmal einer werden sollte. Ein paar typische Details sind vorhanden, aber ein Japanischer Ahorn und eine Buddhafigur machen halt noch keinen Japangarten. Kies- und Präriegärten sind oft besser umzusetzen und können auch toll wirken. Außerdem sind sie sehr pflegeleicht und gut so zu bepflanzen, dass immer etwas blüht.
Letztendlich ist es Geschmackssache und eine Frage der Finanzen, wie man seinen Garten gestaltet. Zur modernen Gartengestaltung passt das Motto „Weniger ist mehr“. Edle Materialien, klare Formen, viel freier Raum, dazu tolle Lichteffekte, moderne Möbel und wenige, gut ausgewählte Pflanzen, das zusammen zeichnet einen modernen Garten aus. Aufpassen muss man, dass er auch behaglich ist.
Die Grundgliederung
Ein moderner Garten sollte nach Möglichkeit formal geplant werden, nicht frei. Das bedeutet, dass die Flächen hauptsächlich in geometrischen Formen aufgeteilt werden, ausgehend von einer oder mehrerer Achsen (je nach Gartengröße und –form) und dass es eine Symmetrie gibt. Besonders für kleine Gärten ist diese Gestaltungsart sehr gut geeignet. Wenn sie dann noch gleichmäßig rechteckig sind, bietet sich der Stil besonders an. Frei geplante Gärten zeichnen sich dagegen durch geschwungene Linien aus.
Wenn das Haus steht, macht man sich einen Plan vom Garten. Alle Flächen werden aufgezeichnet und ausgemessen. Dann kann man mit der Gestaltung beginnen. Ich rate immer, für die Gestaltung einen Profi heranzuziehen. Zwar kostet der Geld, welches nach dem Hausbau meist fehlt, aber seine Ideen sind oft unbezahlbar. Nicht alles muss gleich umgesetzt werden. Er gibt aber einen Plan vor, der alles berücksichtigt, was der Kunde vorgibt und kann helfen, aufzugliedern, was zuerst erledigt werden muss und was man aber gleich für später einbauen muss. Gerade als Gartenneuling ist einem oft nicht klar, was man alles in der Erde verlegen muss. Wer Licht am Grillplatz am anderen Ende des Gartens möchte, muss die Leitung am Anfang verlegen oder er gräbt dann die Beete und Flächen noch einmal auf. Es gibt so viel zu bedenken.
Materialien
Moderne Häuser sind oft weiß, viele in Kombination mit grauen Dächern und grauen Fenstern. Für diesen Typ bieten sich graue oder anthrazitfarbene Natursteinfliesen (Granit) an. Die Terrasse kann man gut mit großflächigen Fliesen verlegen. Aus Kostengründen sind natürlich auch solche aus Kunststein geeignet. Inzwischen gibt es davon tolle Formen, Farben und Muster, oft täuschend echt dem Original nachempfunden.
Für den Sichtschutz werden oft keine „typischen“ Hecken oder Zäune mehr verwendet, sonder Sichtschutz-Wände, oft aus Beton, aber auch aus Kunststoff oder Cortenstahl. Häufig werden inzwischen auch Gabionenwände gestaltet. Auch Glas, undurchsichtig und manchmal auch leicht eingefärbt, macht sich gut als Sichtschutz. Für eine Abtrennung des Gartens zu den Nachbarn oder zu Straße würde ich es nicht verwenden, aber als Schutz der Terrasse vor fremden Blicken ist es toll.
Formen
Wie schon erwähnt, ist ein formal gestalteter Garten oft die beste Wahl. Dieser klar und streng gehaltene Garten passt sehr gut zu modernen Häusern. Man kann ihn gut in verschiedene Bereiche unterteilen. Ideal ist, diese Bereiche durch niedrige Hecken, z.B. Buchs, zu unterteilen. Gerade kleine Gärten bekommen so mehr Raum. Günstig ist ein zentrales Gestaltungselement, um welches der ganze Garten aufgebaut ist. Besonders schön wirkt so ein Garten, wenn alle Bereiche klar voneinander getrennt sind und sich die einzelnen aber wiederholen, z.B. gegenüber. Hat man also einen langen, schmalen Garten (Reihenhaus), teilt man diesen in drei Teile, die Mitte und die beiden langen Seitenteile. Diese beiden bepflanzt man gleich, natürlich seitenverkehrt. Die Mitte bildet einen separaten Teil, mit dem zentralen Element, z.B. einem Wasserbecken, einem großen Formschnittgehölz oder einem modernen Pavillon. Dieses Wiederholen der Elemente ist typisch für die moderne, formale Gartengestaltung.
Farben
Gestaltung
Wichtig bei einem modernen Garten ist die Abgrenzung der einzelnen Räume. Oft werden Pflanzen dazu genutzt, beispielsweise Buchs, meist als niedrige Hecke oder aber Holzwände, Holzbalken, niedrige Steinmauern, hinter denen gleich ein Hochbeet entsteht, oder andere Begrenzungen. Hochbeete oder Hochflächen sind sowieso ideal für den modernen Garten. So wirken die wenigen platzierten Pflanzen um ein Vielfaches besser. Ein Nebeneffekt ist die Ordnung, die im Garten entsteht. Kein Ineinanderwachsen des Rasens ins Beet, keine verrutschenden Kanten, alles schön einheitlich und geordnet. Das erspart auch Arbeit. Dafür gibt es noch mehr Ideen.
Statt pflegeintensiver Rasenflächen kommen bei der modernen Gartengestaltung oft Kies- oder Splittflächen zum Einsatz, entweder bepflanzt mit einigen wenigen Formschnittgehölzen oder mit speziellen Pflanzen, die für Kiesbeete geeignet sind. Kies sieht in der Naturfarbe am besten aus und passt wiederum hervorragend zu weißen Häusern. Wem das zu wenig Farbe ist, der kann auch farbigen Kies nehmen.
Wasser ist auch im modernen Garten ein tolles, wenn nicht das beste Gestaltungselement. Hier gibt es keinen natürlichen Teich oder Bachlauf, hier nimmt man meist gemauerte Becken in verschiedener Größe und Form. Eines dieser Becken kann ausreichend sein, aber oft sehen auch mehrere richtig toll aus. Wer Kinder hat, der sollte sich für eine andere Lösung entscheiden. Wasserspiele, entweder mit unterirdischem
Gefäße
Bei den Gefäßen ist die Auswahl groß. Auch hier sollten nicht viele Formen, Materialien und Farben zum Einsatz kommen. Außerdem ist immer an die formale Ordnung zu denken. Wiederholungen sind wichtig. Ich würde Edelstahl al Material empfehlen, Naturstein, z.B. Schiefer, die weißen oder anthrazitfarbenen Pflanzgefäße mit Bewässerungssystem aus Kunststoff von Lechuza oder einem anderen guten Hersteller. Selbst die preiswerten Gefäße aus Polyethylen, die es von Zeit zu Zeit in den Discountern gibt, können dafür verwendet werden. Es muss nicht alles teuer sein. Im Internet findet man natürlich die tollsten Gefäße, leider viele auch zu unglaublichsten Preisen.
Pflanzen
Nicht Stockrosen, Ringelblumen und Kapuzinerkresse, sondern flächige Pflanzungen mit architektonischem Charakter und prägnanten Konturen prägen die moderne Gartengestaltung. Man nutzt wenige, aber auffällige Pflanzen oder mehr Pflanzen, die durch ihre Gruppenbildung interessant wirken. Ein buntes durcheinander geht gar nicht. Besser sind kunstvoll gestaltete Formgehölze oder solche mit einem interessanten Wuchs oder tollen Farben, wie Japanischer Ahorn oder eine Hängeblutbuche. Auch Bambus wirkt sehr schön, nur sind nur wenige Arten wirklich winterhart. Aufpassen muss man auch bei Sorten, die Ausläufe bilden.
Formschnittgehölze wirken schon aus der Entfernung und sind in jedem Garten ein Highlight.
Fazit
Das Motto der modernen Gartengestaltung lautet: „Weniger ist mehr“. Das ist nicht einfach umzusetzen und erfordert genaueste Planung. Ich habe schon viele missratene Versuche gesehen und auch viele, wo ich mir sicher bin, die hat ein Fachmann entworfen. Die goldene Mitte zu finden ist recht schwer, aber nicht unmöglich. Hilfreich ist ein guter Plan, aufgezeichnet, möglichst exakt. Auch die technischen Details sind zu berücksichtigen, also die Verlegung von Wasser, Strom und Licht. Wenn man das vergisst, bedeutet das meist viel Arbeit oder weniger gut aussehende Kompromisse. Die Ausführung der Pläne ist arbeitsreich und oft auch teurer, als bei einem frei geplanten Garten, wo Veränderungen leicht vorgenommen werden können. Das Endergebnis ist die Mühe hoffentlich Wert. Ich verweise hier noch mal auf den Profiplaner. Meist sieht man wirklich den Unterschied.