Bei den Deutschen sind Äpfel die beliebteste Obstart. Unter den vielen Sorten gibt es süßliche und säuerliche. Saure Äpfel sind allerdings nicht für jedermanns Geschmack, dabei sind sie gesund und vielfältig verwendbar.
Warum ist ein Apfel sauer?
Bei Polyphenolen in Äpfeln handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe wie Farb- oder auch Geschmacksstoffe. Sie geben den Früchten eine entsprechende Säure. Besonders in alten Apfelsorten ist noch ein entsprechender Anteil an Polyphenolen enthalten. Bei den neueren Sorten wurden sie weitestgehend herausgezüchtet, mit dem Ziel die Äpfel süßer zu machen. Polyphenole beeinflussen bei einem Apfel nicht nur die Säure oder Süße, sondern sind auch für die schnelle Braunfärbung beim Anschneiden der Früchte verantwortlich.
Beliebte saure Apfelsorten
Saure Apfelsorten gibt es so einige. Sie können frisch genossen werden, aber auch in der Küche ihren Einsatz beim Kochen und Backen finden. Nachfolgend einige Sorten alphabetisch aufgelistet.
Von A bis D
Alkmene
Dieser Herbstapfel mit seinem gelblich-weißem, feinzelligem Fruchtfleisch verwöhnt den Gaumen mit einem fein-säuerlichen Aroma. Eine Lagerung ist bis November möglich.
- kleine bis mittelgroße Früchte
- dünne glatte, grüngelbe bis goldgelbe Schale, sonnenseits rot
- Ernte Anfang September bis Anfang Oktober
- Verwendung: Saft, Mus, Frischverzehr, Tortenbelag, Obstsalate
Berlepsch
Gezüchtet wurde dieser Winterapfel bereits 1880 von Diedrich Uhlkorn jr.. Er ist reich an Vitamin D. Sein gelblich-weißes, mitunter auch rosarotes, festes Fruchtfleisch verwöhnt den Gaumen mit einem würzig und fein-säuerlichem Aroma.
- mittelgroße flachkugelige Früchte, kurzstielig
- gelblich-grüne Schale, im Reifezustand stark gerötet, Oberfläche auch gestreift und rau gepunktet
- Ernte Ende September bis Ende Oktober
- Verwendung: Obstspeisen, Most, Saft, Kuchen
Bismarckapfel
Diese alte Sorte wurde um 1870 in Neuseeland gezüchtet. Der Apfel mit seinem weißen, groben und saftigen Fruchtfleisch ist gut bekömmlich und lagerfähig bis März. Der Geschmack ist sauer mit einem Hauch von Gewürzen.
- große bis sehr große und gleichmäßig geformte Früchte
- grünlich-gelbe Schale, sonnenseits rötlich bereift
- Ernte Mitte Oktober
- Verwendung: Frischverzehr, Marmeladen, Gelees, Saft, Kuchen
Boskop
Dieser Apfel wurde 1856 im holländischen Boskoop gezüchtet. Das weißlich-grüne Fruchtfleisch ist sehr saftig und im Geschmack fruchtig- säuerlich. Während der Lagerung wird das feste Fleisch schnell mürbe.
- große rundliche Früchte
- mattglänzende, angeraute grünlich-gelbe Schale mit bräunlichen Streifen, sonnenseits oft gerötet
- Ernte Mitte Oktober bis November
- Verwendung: Kuchen, Bratapfel, Mus, Kompott
Discovery
Diese englische Apfelsorte ist reich an Vitamin C. Das weiß-gelbliche, knackige und saftige Fruchtfleisch mit einem geringen Zuckergehalt bringt einen säuerlichen Geschmack hervor.
- kleine bis mittelgroße flache Früchte
- gelbe Schale, sonnenseits rot gefärbt, mit bräunlichen Punkten
- Ernte Mitte August bis September
- Verwendung: Frischverzehr, Saft
Von E bis H
Elstar
Dieser Herbstapfel stammt aus einer Kreuzung der Apfelsorten Golden Delicious und Ingrid Marie, im Jahre 1950 in den Niederlanden. Der Geschmack des knackigen, sehr saftigen und weiß-gelben Fruchtfleisches ist fein-säuerlich mit einem kräftigen Aroma.
- mittelgroße runde Früchte
- gelbe Schale, sonnenseits intensiv gerötet
- Ernte Ende September bis Oktober
- Verwendung: Frischverzehr, Kuchen, Kompott, Saft, Mus
Glockenapfel
Gezüchtet wurde der Winterapfel im Jahre 1865. Seine Herkunft ist etwas umstritten. Sie liegt entweder in der Schweiz oder im Alten Land. Das weiße und feste Fruchtfleisch hat eine erfrischende Säure.
- mittelgroße bis große glockenförmige Früchte
- grün- gelbliche Schale, im Reifezustand gerötet
- Ernte Oktober, genussreif ab Dezember
- Verwendung: Frischverzehr, Obstsalate, Kompott, Backen und Kochen
Gloster
Der Winterapfel stammt aus einer Kreuzung zwischen den Apfelsorten Richard Delicious und Glockenapfel. Er entstand 1951 in der Obstversuchsanstalt Jork im Alten Land. Das weiß- grünliche, feste Fruchtfleisch ist sehr aromatisch mit einer würzigen Säure.
- mittelgroße bis große glockenähnliche Früchte mit fünf Höckern
- glatte, leicht wachsartige, gelblich-grüne Schale, rötlich bereift, im Reifezustand tief purpurrot
- Ernte Mitte Oktober bis Ende Oktober
- Verwendung: Kuchen, Mus, Saft, Frischverzehr
Gezüchtet wurde dieser Apfel im australischen Sydney. Das grün-gelbe und feste Fruchtfleisch weist ein dezent erfrischend säuerliches Aroma auf.
- mittelgroße Früchte
- grüne, glatte Schale, leicht fettig
- Ernte Ende Oktober bis November
- Verwendung: Salate, Sorbets, Frischverzehr
Holsteiner Cox
Diese historische Apfelsorte stammt aus Schleswig-Holstein. Das Aroma des cremegelben bis leicht rötlichen, knackigen und saftigen Fruchtfleisches ist würzig säuerlich. Die Äpfel sind für Allergiker gut verträglich.
- große Früchte
- raue, grüngelbe Schale, sonnenseits leicht rötlich oder fein rot gestreift
- Ernte Mitte September bis Oktober
- Verwendung: Frischverzehr, Direktsäfte, Kompott, Kuchen
Von I bis W
Idared
1930 wurde diese Apfelsorte in Idaho/USA gezüchtet. Der Apfel hat ein reinweißes bis leicht rötliches, festes und saftiges Fruchtfleisch. Im Geschmack ist er würzig sauer.
- mittelgroße bis große Früchte
- gelbgrüne bis weißlich-grüne Schale, im Reifezustand intensiv rot, fein gerippt
- Ernte Oktober
- Verwendung: Frischverzehr, Backen und Kochen
Jamba
Der Sommerapfel entstand 1954 aus einer Kreuzung zwischen den Apfelsorten Melba und James Grieve in Jork im Alten Land. Die Äpfel sind sehr saftig mit einem grünweißen, festen Fruchtfleisch und einer säuerlichen Note. Das volle Aroma ist nur in vollreifen Früchten enthalten.
- große Früchte
- glatte, gelb-grünliche Schale, sonnenseits rot gestreift
- Ernte Mitte August
- Verwendung: Kuchen, Strudel, Saft, Most, Frischverzehr
Ontario
Ursprünglich stammt der Winterapfel aus der Provinz Ontario in Kanada. Bei einer kühlen Lagerung bleibt der Apfel bis Mai sehr knackig. Das sehr saftige und grünlich-weiße Fruchtfleisch ist sehr erfrischend sauer.
- große bis sehr große flachrunde Früchte
- grünlich bis gelbe Schale, im Reifezustand sonnenseits bläulich bis dunkelrot gefärbt
- Ernte Mitte Oktober bis Mitte November
- Verwendung: Most, Frischverzehr, Backen
Reanda
Die Züchtung des Winterapfels erfolgte 1994 im Institut für Obstforschung Dresden-Pillnitz. Sein cremefarbenes Fruchtfleisch ist vollsaftig, fest und knackig. Der aromatische Geschmack ist nach einer einmonatigen Ruhezeit voll ausgeprägt. Kühl ist eine Lagerung bis Februar möglich.
- mittelgroße bis große Früchte
- rot marmorierte Schale
- Ernte Mitte September bis Ende September
- Verwendung: Kompott, Saft, Most, Frischverzehr
Weißer Klarapfel
Dieser frühe Sommerapfel ist auch unter dem Namen „Augustapfel“ bekannt. Der Geschmack des mittelfesten, weißlich-grünem Fruchtfleisches ist mild säuerlich. Die Äpfel können zwei bis drei Wochen gelagert werden, dann werden sie mehlig.
- kleine bis mittelgroße Früchte
- Färbung von anfangs grün über gelb bis zu einem weißlichen Gelb
- Ernte Juli bis August
- Verwendung: Frischverzehr, Mus, Kompott, Backen
Häufig gestellte Fragen
Aufgrund der enthaltenen Polyphenole hat ein saurer Apfel eine gesundheitsfördernde Wirkung. Sie können unter anderem im Apfel enthaltene schädliche Allergene Stoffe unschädlich machen. Weiterhin kann der Genuss den Blutdruck senken und sich positiv auf die Gefäßgesundheit auswirken.
Nicht alle dieser Früchte werden von Allergikern gleich gut vertragen. Durch die enthaltenen Allergene kann es zu Kreuzallergien kommen. Das trifft aber nicht auf alle Sorten zu. Gut verträglich sind Alte Apfelsorten, aufgrund der enthaltenen Polyphenole. Ein regelmäßiger Genuss kann Allergiker gegen „Problemäpfel“ resistenter machen und gleichzeitig das Risiko auf Heuschnupfen senken.